Werke
Ausbildung
Ausstellung
Einzelausstellungen
Gemeinschaftsausstellungen
Auszeichnungen
Künstlerische Aktionen

Leitideen

Aktivitäten für Umwelt, Natur und Denkmalschutz

Ökologische Probleme nehmen einen breiten Raum im künstlerischen Schaffen von Ilse Harms-Lipski ein. Die Darstellung der fortschreitenden Umweltzerstörung in kritischen Bildern, die den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ebenso thematisieren wie die Zersiedelung der Landschaft oder die Risiken der Kernenergie, reflektieren ein Engagement für die Umwelt, das bis in die späten sechziger, frühen siebziger Jahre zurückgeht. Die Zunahme von Umweltfreveln und die Sorge um die bedrohte Natur veranlassten die Künstlerin zusammen mit ihrem Mann, bereits 1970 innerhalb des Heimatbunds und Geschichtsvereins Kreis Herzogtum Lauenburg einen Aktionsausschuß für Umweltschutz und Denkmalspflege zu gründen. Damit schufen sie ein Forum, das Gegenmaßnahmen in Form von Protestveranstaltungen, Leserbriefen, kritischen Fragen in der Bürgerfragestunde der Ratzeburger Stadtvertretung sowie bei öffentlichen Anhörungen ermöglichte. Zum damaligen Zeitpunkt fanden Natur-und Umweltfragen bei Parteien und Verbänden nur ein geringes Echo; es gab keine Partei, die sich ökologischer Probleme angenommen hätte. So ernteten die Mitglieder des Aktionsaussschusses keineswegs den Beifall und die Zustimmung der öffentlichen Gremien, und es wurden harte Auseinandersetzungen und Diskussionen ausgetragen.

Die erste öffentliche Umwelt-Großveranstaltung, die unter dem Motto „Rettet den Ratzeburger See“ 1971 im Burg-Theater Ratzeburg stattfand und der sich ein Protestmarsch durch die Stadt anschloß, leitete ein erstes Umdenken bei den verantwortlichen Kommunalpolitikern ein. Daraufhin wurde der Entschluß zum Ausbau der dritten Klärstufe des Ratzeburger Klärwerks gefaßt.

Bei weiteren Eingaben ging es um den Erhalt von Gebäuden, um das Spritzen an Wegrändern, um die Zersiedelung der Landschaft, Flurbereinigungsmaßnahmen, um Anschüttungen und Baumpflanzungen. Ihr Engagement zeigte Erfolge. Auch wenn nicht alle Einsprüche und Proteste umweltschädigende Maßnahmen sofort verhindern konnten, trugen sie doch zumindestens längerfristig dazu bei, das Bewußtsein für Umweltprobleme in der Öffentlichkeit zu schärfen.

Die Zusammenstellung wird nur einen Überblick geben können über die wichtigsten Aktivitäten von Ilse Harms-Lipski in den Bereichen Umwelt, Natur sowie dem Denkmalschutz. Die Vielfalt ihres Engagement zwingt zur Auswahl und zur Beschränkung, denn eine detaillierte Auflistung würde den Rahmen dieser Kategorie sprengen, zugleich zu Überschneidungen mit einigen bereits unter „Künstlerische Aktionen“ genannten Aktivitäten führen.

Aktivitäten für Umwelt, Natur und Denkmalschutz im Überblick

1964/65
Öffentliche Auseinandersetzungen mit den radikal durchgeführten Flurbereinigungen im Kreis in Form von Leserbriefen und Eingaben bei Behörden

1965/66
Eingaben gegen verschiedene Pläne zur Stadtsanierung sowie Verkehrsführung und Präsentation von Gegenentwürfen durch Einschaltung eines Architekten aus Kiel

Ende 1970
Gründung eines Aktionsausschusses für Umweltschutz und Denkmalspflege im Heimatbund-und Geschichtsverein des Kreises Herzogtum Lauenburg

1971
Eingaben auf Kommunal- und Landesebene gegen die weitere Zersiedelung der Landschaft im Ratzeburger Umland (Richtung Einhaus und Schmilau)

1971
Proteste gegen Pläne zum Bau von drei Hochhäusern (17 Stockwerke) auf dem Röpersberg in Ratzeburg

1971
Einspruch gegen Aufschüttungen am Lüneburger Damm in Ratzeburg

1971
Ausarbeitung von Empfehlungen an den Magistrat der Stadt Ratzeburg zur Rettung alter Häuser (Kl.Kreuzstraße, Schmiedestraße)

1971
Durchführung einer Großveranstaltung zur Rettung des Ratzeburger Sees mit Vorträgen über ökologische Probleme unter Teilnahme von Hermann Harms, Eckhard Kloehn, Thomas Neumann, Lothar Roeßler und Hubertus Wolter; anschließender Protestmarsch durch Ratzeburg

1971
Initiierung der Aktion „Saubere Landschaft“ mit der Aufstellung großformatiger Schautafeln in Zusammenarbeit mit dem Maler Hans Bunge-Ottensen; Müllsammeln unter tatkräftiger Beteiligung der Bevölkerung und zahlreicher Schüler

1971
Beteiligung an einer Bürgerinitiative gegen geplante Straßenbaumaßnahmen im Dombezirk

1972
Antrag zur Reduzierung von Emissionen bei Heizungen durch Auflagen oder den Bau von Gemeinschaftsheizwerken

1972
Öffentliche Kritik an den Bebauungsplanungen für den Ratzeburger Marktplatz; Erarbeitung von Vorschlägen zur Schaffung von Radfahrwegen zusammen mit dem Vorstandsmitglied des Heimatbundes Hugo Selke

1972
Antrag gegen den Einsatz von Unkrautvertilgungsmitteln an den Wegrändern in Ratzeburg und Umgebung

1972
Wiederaufnahme und Überarbeitung eines erstmals 1965 erfolgten Antrags beim Ratzeburger Bauamt zur Geschwindigkeitsbegrenzung in der Lübecker Straße

1972
Einspruch gegen den geplanten Verkauf eines 22,5 ha umfassenden Waldstückes (Forstort Schaart) für Bebauungszwecke durch die Stadtverwaltung Ratzeburg

1972
Einsprüche auf Stadt-und Kreisebene gegen das Spritzen der Felder aus dem Hubschrauber in der Nähe von Wohngebieten

1973
Durchführung einer Baumpflanzaktion im Ratzeburger Industriegebiet an der Heinrich-Hertz-Straße; die vorangegangene Spendensammlung ermöglichte den Kauf
von ca 1500 Bäumen

1973
Podiumsdiskussionen des Heimatbund-und Geschichts vereins mit dem damaligen Landrat Dr. Prößdorf über Umweltschutz und Stadtplanung

70er Jahre
Zahlreiche Stellungnahmen in Sachen Umweltschutz und Stadtgestaltung im Rahmen der Bürgerfragestunde der Stadtvertretung Ratzeburg

1978
Gestaltung von 48 großformatigen Fensterbildern für den Erhalt der baufällig gewordenen alten Domkaserne in Ratzeburg zusammen mit einer Malklasse der Volkshochschule Ratzeburg unter Leitung und aktiver Beteiligung von Ilse Harms-Lipski

Seit den 80 Jahren:
Fortführung des Umweltengagements durch Mitwirkung in Parteien und Verbänden; zahlreiche Vorträge über Umwelt-und Ernährungsfragen, auch als Gastrednerin; Unterstützung von Umweltverbänden wie dem WWF, dem BUND, Greenpeace, dem Komitee gegen den Vogelmord oder der Sielmann-Stiftung

1999/2000
Mitwirkung bei der Organisation der Lauenburgischen Knick-Tage in Wotersen, veranstaltet von der Knickarbeitsgemeinschaft der Freien Lauenburgischen Akademie; Gestaltung des offiziellen Plakats für die Knick- AG

2003
Jubiläumsvortrag „30 Jahre Bürgerwald“ über die Baumpflanzaktion des Heimatbundes und Geschichtsvereins 1973 auf der Jahreshauptversammlung des Vereins

Engagement für Tiere

Der Bereich Tiere nimmt im Gesamtwerk von Ilse Harms-Lipski eine Sonderstellung ein. Tierdarstellungen haben nicht nur den größten Anteil an ihrem künstlerischen Schaffen, sondern zeichnen sich zudem durch eine besondere Vielfalt der Darstellungsformen, Milieus und Arbeitstechniken aus. Darin kommt die Affinität der Künstlerin zur Kreatur zum Ausdruck. Diese Verbundenheit zeigt sich auch bei Ilse Harms-Lipskis Engagement für den Tierschutz seit den 60er Jahren. Bereits in dieser Zeit setzte sie sich als Mitglied des Ratzeburger Tierschutzes intensiv für gequälte und ausgesetzte Tiere ein. Es gelang ihr nicht nur, Katzen und Hunde zu vermitteln, sie nahm sich darüberhinaus mit Erfolg auch der Wildtiere an. So kümmerte sich Ilse Harms-Lipski um verletzte Schwäne und versorgte in einem Fall das Tier bis zur Genesung auf dem eigenen Gartenteich. Um für Vögel und Kleingetier eine zusätzliche Nahrungsquelle zu schaffen, legte die engagierte Tierschützerin Wildblumenpflanzungen im eigenen Garten an.

Mit dem damaligen Ersten Vorsitzenden des Ratzeburger Tierschutzes, Peter Busch, verbindet Ilse Harms-Lipski seit den späten 70er Jahren eine langjährige und intensive Zusammenarbeit bei Neuplanungen, der Verwendung von Spendengeldern oder bei Eingaben an Behörden.

Die Tierschutzarbeit verstärkte sich durch Ilse Harms-Lipskis Wahl zur Zweiten Vorsitzenden Ende der 80er Jahre. Zusammen mit dem Ersten Vorsitzenden wurden eine Reihe von Projekten in Angriff genommen wie der Ausbau einer Unterkunft für Haustiere oder die Aufstellung von Volièren. Daneben widmete sich Ilse Harms-Lipski über den von ihr gegründeten Arbeitskreis Pferde beim Ratzeburger Tierschutz in den 90er Jahren verstärkt Problemen der Pferdehaltung. So erforderten schlecht versorgte und betreute Pferde immer wieder den Einsatz der Tierschützerin. Zudem war mehrmals ihre Anwesenheit vor Gericht erforderlich, um unberechtigte Anklagen gegen den Tierschutz in Fällen von Tierquälerei oder der Vernachlässigung von Tieren zurückzuweisen.

Angesichts der Fülle an Einsätzen und Aktionen für den Tierschutz wird auf eine Auflistung im Detail verzichtet.Um Wiederholungen und Überschneidungen zu vermeiden, sind im Text nur die wichtigsten Stationen und Entwicklungen der Tierschutzarbeit skizziert worden.